Blockiert Antinatalismus das Tochterrecht, ein Frauenbündnis?

Start Foren Lesben auf dem Mars Lesben auf dem Mars Blockiert Antinatalismus das Tochterrecht, ein Frauenbündnis?

Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Autor
    Beiträge
  • #35368
    Kate
    Teilnehmer

    Hi. Sind die beiden doch miteinander vereinbar oder sollte das Tochterrecht lieber etwas anderem, das Frauen eher näher bringt weichen?

    Das Tochterrecht:
    Es geht darum, dass alle Frauen Töchter sind und nach Feministinnen können sich alle Frauen daran verbünden statt an der patriarchalen Mutterexistenz (Mutterrolle).
    Selbst eine die keinen Nachwuchs hat, ist eine Tochter lebenslänglich.

    Das Tochtersein beschreibt z.B. Mary Daly mit Janice Raymond als keinen aufgebürdeten Zustand, sondern einen gegebenen Istzustand.

    Zitat „Das Wort Tochter ruft weniger die Vorstellung einer vorgegebenen Rolle als die einer gegebenen Realität hervor.“ „—Tochterschaft hat eine Allgemeingültigkeit wie sie Mutterschaft nicht hat; alle Frauen sind nun einmal Töchter.“ S. 364 Gyn/Ökologie

    Im Antinatalismus wird darauf hingewiesen, dass jedes Lebewesen Eltern hat. Ständig davon abstammt und zu keiner Einwilligung fähig war. Mit der Existenz ist jedes Lebewesen dazu gezwungen (über)leben zu müssen.
    Hätten die Eltern sich nicht vermehrt hätte es diesen Nachwuchs nicht gegeben.

    Aus antinatalistischer Sicht lässt sich so argumentieren, dass alle Frauen zwar Töchter sind, das Tochtersein aber leider auch an die Fortpflanzung gebunden ist und keine eine Entscheidungsgewalt darüber hatte, ob sie Tochter/kind/ existieren wollte.

    Tochterschaft ist fast genauso ohne Einverständnis der Betroffenen erwirkt wie Mutterschaft. Es ist auch wieder vom Pronatalismus abhängig und forciert (denn Männer besitzen die Kontrolle über die Fortpflanzung der Frau). Der Pronatalismus ist was patriarchales.

    Ich würde deswegen lieber was anderes als Bündnisleim verwenden. Etwas das antinatalistisch ist.

    Noch ein Kritikpunkt am Tochterrecht wäre das Potenzial der Viktimisierung, was Feministinnen eigentlich nicht wollen.
    Frauen sollen sich nicht aus Schwäche und nicht aus Angst zusammen schließen.

    Wenn das Leben als Elend empfunden wird, dann finden Frauen die sich als Tochter mit anderen Töchtern verbinden wollen, sich als „Opfer denen gleiches angetan wurde“ (nämlich die Existenz angetan wurde) wieder.

    Das wäre vielleicht nicht gleich negativ, aber kann negativ werden; inaktiv sein und aus Pathologisierungen/Therapismus bestehen, es besteht leider die Gefahr zu verderben.

    Ich fände es selber eigentlich nicht schlecht, sich aus einer gemeinsamen negativen Haltung zum Leben zu verbünden, nur muss das Leben dann aktiv bekämpft werden und solche die zum Leben (Leiden) verdammen (also Männer).

    Also wenn erkannt wird, dass dieses Leben von Männern beherrscht und daher abzulehnen ist, ist das gut.

    Wenn mehr Frauen das Leben aktiv verneinen, verneinen sie damit das Patriarchat. Aktiv verneinen heißt dann Wohnraum für sich und andere Frauen schaffen, schaffen eigener veganer Nahrungsversorgungen, eigene Medizinhäuser, Unterhaltungsmedien… eigenes Militär, ihre eigene Kultur spinnen…. ein Antileben zu dem Patrileben.

    Aus der Erkenntnis heraus, dass Leben Leiden ist und das Leiden hauptsächlich durchs Patriarchat, durch Männer bewirkt wird die alle entmächtigt und zerstört gehören, daraus kann sich was schönes entwickeln.

    Doch aus der Realität heraus, dass wir alle Töchter sind, vielleicht nur der Gedanke, dass wir das Tochtersein wie die gezwängte Mutterrolle auch gar nicht selber bestimmen durften.

    Das Gleiche beim Geschlecht, und bei der Sexualität wenn die biologisch determiniert sein soll.

    Ich finde wir sind als Unterdrückte dazu gezwungen, uns aus dem Terror den uns Männer zumuten zu definieren und uns gegen diesen zu verbünden. Ein Opfer wandelt sich zur Überlebenden. Das Omega wird zum Antialpha.

    Genauer ist der Bündnisleim (Selbst)Mitleid bzw. (Selbst)Liebe. Das Tat Twam Asi;

    Ich tue etwas gutes einer anderen, weil ich sehe, wie ich diese andere bin, also tue ich wann immer ich einer anderen was gutes tue mir selbst etwas gutes.

    Etwas gutes tun, kann auch etwas schlechtes unterlassen bedeuten. Gutes tun heißt Leid reduzieren.

    Heißt ein herrenfreies Leben möglich machen.

    Beim Antispeziesismus/Veganismus gibt es auch vieles das unterlassen wird und es gibt kleine „Awareness“gruppen, Lebenshöfe, einzelne die industrieunabhängiger versuchen zu leben indem sie selber Pflanzen anbauen etc….

    Das entlastet Tiere insofern keine weiteren durch Veganismus existieren müssen und weniger die existieren als Lebewesen behandelt werden können, statt als Objekte misshandelt.

    Im Antispeziesismus/ Veganismus steckt natürlich noch vieles was bisher nicht in die karnistische Vaterkultur vordringen konnte. Es gibt viel zu tun.

    Ich fände es gut das Tochterrecht, gegen das Recht auf Leidfreiheit/Leidlosigkeit zu ersetzen.
    Ob kinderlose, Freundinnen, Töchter, Mutter, Omas…. sie sind leidend, wegen allem männlichen Leben und müssen zusammen helfen dieses abzuschaffen.

    Inter Personen (Zwitter) und weiblich-zwittrige Tiere sind auch Opfer des Terrors, damit aber auch Gefährtinnen der Frauen im Kampf gegen männliches Leben.

    Lg

Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.