Doch nicht lesbisch?

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Dieses Thema enthält 8 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Delorme vor 1 Monat.

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  • #31511

    Zippofire
    Teilnehmer

    Guten Abend ihr lieben!☺

    Ich bin jetzt fast 18 Jahre alt und seit ich 14 bin bei meinen Eltern und in meinem gesamten Umfeld als lesbisch geoutet und alle kommen gut damit klar. Für mich selber war es auch eine sehr entscheidende Erkenntnis, weil ich mich seitdem total wohl fühle und ich hatte auch schon eine Beziehung mit einem Mädchen und für Jungs habe ich mich noch nie interessiert. Jedoch denke ich schon manchmal darüber nach was wäre, wenn ich mich doch irgendwann mal in einen Mann verlieben würde. Ich weiß jetzt werden einige sagen „das wäre doch überhaupt kein Problem .“ Aber für mich wäre es ein Problem. Das wäre so als würde eine Frau jahrelang Hetero sein und sich dann auf einmal in eine Frau verlieben. Dann sind die meisten Frauen ja auch immer total durcheinander. Ich finde Männer auch nicht sonderlich anziehend aber manchmal habe ich das Gefühl ich müsste es noch einmal ausprobieren um zu wissen wie es ist.
    Aber so richtig wohl fühle ich mich nur bei Frauen und ich Identifiziere mich auch als Lesbe.
    Bin vom Erscheinungsbild eher Maskulin.

    Habt ihr auch manchmal solche Gedanken? Ich finde das irgendwie echt belastend!
    Bin gespannt auf eure Antworten!

    Liebe Grüße aus Berlin!

    #31514

    jana_
    Teilnehmer

    Hey,
    ich bezeichne mich selbst auch als lesbisch, bin aber nicht der Meinung, dass das heißt, dass ich mich zu jeder Zeit und ausschließlich zu Frauen hingezogen fühlen darf. Ich habe primäres Interesse an Frauen und kann mir eigentlich keinen Sex und damit auch keine Beziehung mit Männern vorstellen. Allerdings kann und will ich es auch nicht komplett ausschließen. Was ist, wenn ich irgendwann die Liebe meines Lebens treffe, und sie ist ein Mann? Es wäre doch schade, wenn es dann daran scheitern würde, dass ich „eigentlich“ lesbisch bin. Aber all zu große Gedanken mach ich mir da nicht drüber. Natürlich wünsche ich mir eine Freundin, aber ich lass die Dinge einfach so kommen, wie sie kommen, und falls ich dann irgendwann einen Freund habe, ist das eben so.
    Mach dir nicht so einen Druck. Wenn du dich als lesbisch identifizierst und sich das für dich persönlich richtig anfühlt, dann identifiziere dich weiter so. Aber lass dir von keinem vorschreiben, was „Lesbisch-sein“ genau bedeutet. Ich verstehe diese Labels sowieso nur als grobe Kategorien, in die man sich einordnen kann, aber nicht muss – und auf keinen Fall als genaue Beschreibungen, und erst recht nicht als starre „Vorschriften“, an die man sich halten muss, wenn man sich einmal „entschieden“ hat.

    #31516
    Profilbild von einer Goriziehemalige Gorizi

    Hallöchen,

    Also bei mir war das genau umgekehrt. Vielleicht kann ich dir da ein bisschen helfen. Ich hatte bis ich 18 war einen Freund und eigentlich war für mich klar, dass ich hetero bin. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass mich das mit frauen total reizt. Irgendwann habe ich das dann letzendlich ausprobiert und bin fast explodiert, weil ich alles so toll fand. Mittlerweile bezeichne ich mich auch als lesbisch, weil mich der Sex mit Männer (oder auch noch nicht malein Kuss) überhaupt nicht (mehr) reizt und Frauen einfach….ich denke aber, dass man nie weiß, was das Leben bringt und ich deshalb auch nicht sagen kann, ob sich das nicht irgendwann ändert. Was ich damit sagen will, ist, dass du, wenn die Gefühle stärker werden und du einfach ein Verlangen danach bekommst, es ausprobieren wirst. (Ich finde, das kommt von alleine)
    Und spätestens dann wirst du merken, ob du lesbisch, hetero oder bi bist. Und ich verstehe das Problem dahinter. Ich hatte in gewisser Art und Weise auch Angst davor, was kommt, wenn ich mich als lesbisch oder bi identifiziere. das ganze geoute und so.

    Es wird alles seine Wege gehen und wenn es dich reizt, probiers aus. 🙂
    Das ist meine Sicht. und 14 ist ja schon sehr jung. ich war damals noch nicht so reflektiert.

    Falls du Fragen hast, kannst du mir gerne schreiben. ich weiß nicht, ob mein Text vielleicht komisch klingt oder so, aber ich hoffe, dass ich dir vielleicht irgendwie helfen konnte.

    Liebe Grüße,

    Jenni d´heureuse

    #31520
    Profilbild von einer Goriziehemalige Gorizi

    Hey, ich hatte lange Zeit das selbe Problem und hab sehr lange gebraucht, damit klar zu kommen. Das diese Bezeichnung Lesbe ja eigentlich nur eine Bezeichnung ist, die man benutzt damit andere wissen was los ist. Ich dachte immer, ich muss um „richtig“ lesbisch zu sein unbedingt irgendwelche Idiotischen Kennzeichen tragen oder so aber letztendlich hab ich mich entschlossen einfach alles auf mich zu kommen zu lassen. Niemand von uns hat einen Einfluss darauf in wen man sich verliebt. Es passiert einfach. Auch ich war tatsächlich schon mal in ein männliches Wesen verliebt, allerdings nicht in sein Erscheinungsbild oder so (was auch nicht schlimm wäre) sondern in seinen Charakter. Letztendlich hilft es nicht da irgendwie Panik zu schieben oder sich Druck zu machen, denn „Love is Love“. Vielleicht passiert es dir eines Tages, dass du dich in einen Mann verliebst. Und wenn, was wäre so schlimm daran? Wenn du Angst hast nicht richtig auf deine Kosten zu kommen, kannst du ja eine offene Beziehung vorschlagen. Rein Hypothetisch gesprochen. Wahrscheinlich wird es dir eh nicht passieren. Liebe Grüße Henriette

    #32965

    dreamgirl99
    Teilnehmer

    Auch wenn das jetzt schon ein halbes Jahr her ist, antworte ich trotzdem einmal 🙂

    Deine Gedanken kann ich voll gut nachvollziehen, die hatte ich auch schonmal. Hab mir da auch sehr den Kopf dadrüber zerbrochen, vor allem ob ich es ausprobieren soll. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich das nicht will, weil ich mir es mit Männern nicht so wirklich vorstellen kann wie mit einer Frau. Ich fühl mich auch total wohl damit, dass ich mich zu Frauen hingezogen fühle und auch beispielsweise wenn man sich näher kommt. Keine Ahnung, ich mag das generell mit Frauen irgendwie einfach. In meinem Umfeld, also Freunde, Familie und Bekannte, bin ich auch als lesbisch geoutet.

    Außerdem ist doch gut wenn du dich bei Frauen wohlfühlst😊 Das zeigt doch, dass das richtig für dich ist, was du willst 🙂

    Klar können diese anderen Gedanken total verwirrend und belastend sein, auch wenn man eigentlich weiß, was man will. Manche sagen, ihnen hat das geholfen wenn sie das ausprobiert haben, jedoch denke ich, dass alles okay ist, wenn man sich bei dem wohl fühlt, was man macht. Also wieso dann nicht dabei bleiben, wenn man nicht das Bedüfnis nach dem anderen hat? 🙂 Und wenn man dann das Bedürfnis doch einmal hat, dann kann man das immer noch ausprobieren^^

    Liebe Grüße SunsetLover 🙂

    #34050

    luma-fussel
    Teilnehmer

    Auch wenn das hier kaum aktuell ist, hilft es mir selber vielleicht auch meine Erfahrungen dazuzuwerfen. Ich kenne ähnliche Gedankengänge. Und hatte immer die selbe Angst, mich in einen Jungen zu verlieben, bis es naja grade fast passiert? Zumindest merk ich zurzeit, dass ich einen Freund mehr als freundschaftlich mag. Aber vorstellen intimer mit ihm zu werden kann ich nicht. Ich denke, man sollte sich selbst nicht so stressen, auch wenn das leicht gesagt ist. Ich hatte zum Beispiel hauptsächlich angst mich doch in einen Jungen/Mann zu verlieben, weil ich dachte, dass meine Familie dann sowas nach dem Motto sagt wie sie hätten es doch gewusst. Ich habe zwischenzeitlich mein frühes Outing mit 14 jahren bereut. Aber jetzt wo ich mit ihnen geredet habe, meine ängste offen dargelegt habe, ist alles leichter. Und dumme Sprüche gab es auch nicht 🙂 Seit ein paar Wochen identifiziere ich mich jetzt als panromantische Lesbe und bin momentan glücklich so. Aber wie einige vorher schon geschrieben haben: Es sind nur  Label und wenn sich daran etwas ändert ist das volkommen ok. Im Grunde sind sie auch nur da, weil Menschen Wörter brauchen an die sie festhalten können, um sich weniger verloren zu fühlen. Denke ich zumindest 🙂 Also an wer auch immer das liest: Du bist volkommen okay so wie du bist. Du musst dich nicht auf etwas versteifen. Wenn du plötzlich anders fühlst als früher ist das okay. Veränderung ist meistens gruselig, aber sie kann auch schöne, neue Dinge in dein Leben bringen. Und wenn du niemanden zum schreiben hast, bin ich gern zum Zuhören da. Das kann schon viel bewirken 🙂

    (Ich hoffe das hat jetzt alles irgendwie Sinn gemacht und war verständlich geschrieben. Es ist  ein bisschen spät und mein Gehirn zu nicht mehr viel fähig xD)

    #34052

    happyhuman
    Teilnehmer

    Hey, mir geht es aktuell genau wie in deinem Problem beschrieben. Vor knapp 2 Jahren hat es mich echt einiges an Kraft gekostet endlich zu verstehen, dass ich auf Frauen stehe. Alles soweit so gut. Ich war 2 Mal seit dem verliebt, einmal nen Korb bekommen (eig war es gegenseitige Liebe aber das ist kompliziert), dann beim 2. Mal es einfach für mich behalten. Doch jetzt fange ich an Gefühle für einen Freund zu entwickeln, ich vermute, dass er auch in mich verliebt ist. Also ich vermute das schon länger, als dass ich denke evt bin ich in ihn verliebt. Doch ich bin mir unsicher, ob es nur so ist, weil sich jemand für mich interessiert (mir ist vorher keiner bekannt der in mich verliebt gewesen wäre) oder ist das ernst? Ich will das aber eig auch nicht ausprobieren, um ihm dann einen Korb zu geben, weil es doch falsch ist, weil wir uns seit Jahren kennen (s seit 15 etwa) und er fast neben mir wohnt und unsere Eltern sehr gut befreundet sind. AHhhhh Liebe ist scheiße

    #34055

    heartforgiven
    Teilnehmer

    Lass die Finger von ihm, würde ich sagen. Ich glaube das, was du empfindest, ist einfach nur das schöne Gefühl dass jemand anderes interessiert an einem ist… ich kenne das. Ich konnte nur eine Woche mit diesem jungen „Zusammen“ sein… wenn du es nicht glaubst, probiere das ruhig aus. Doch merke dir eins, lesbe bleibt lesbe. Ich wollte das früher selber an mir ändern, but no way… er wird dich nicht glücklich machen.

    #34103

    Delorme
    Teilnehmer

    Selbst wenn der Beitrag schon verstaubt ist möchte ich antworten für die die hier vielleicht vorbeischauen:

     

    Das wäre so als würde eine Frau jahrelang Hetero sein und sich dann auf einmal in eine Frau verlieben.

    Das gibt es sogar sehr oft und das brauch niemanden wundern, weil es wissenschaftlich längst bestätigt wurde, dass Frauen eine plastische Sexualität haben und angeblich sogar eine pastischere als Schwule.

    Das heisst, ganz egal ob dein Körper als du noch nicht da warst (dein Hirn die Funktion nicht hatte dein Bewusstsein zu erzeugen) im Mutterleib einem stressbedingten zuviel an Androgenenen oder zu wenig an Östrogenen ausgesetzt war – später wird es dennoch möglich sein, dass dein Streben sich von homosexuell auf heterosexuell oder asexuell (und auf verschiedene Romantikgrade) umwandeln kann – entwede passiert das ganz ohne medizinische Eingriffe durch unbalancierte Stress- und Hormonlevel in der Pubertät, Menstruationszeit, Schwangerschaft oder Wechseljahre oder es verändert sich, durch die Massnahmen, die Endokrinologen/Neurologen und Ernährungsberater die sie an dir durchziehen. Vielleicht ist es nämlich nicht die Pubertät etc. die ursächlich ist für eine hormonelle Stressimbalance, sondern eine ungesunde zu fett- und zuckerreiche Ernährung, Diebetes, PCOS oder ein Tumor.
    Das kann man aber alles beheben lassen bei den erwähnten Äzten – wenn man will. Notwenig ist es an sich nicht, wenn man aufgrund dessen keine gesundheitlichen Beschwerden oder gesellschaftlichen Druck hat.
    Und nur noch einmla zur Info: Nein, die weibliche Homosexualität ist keine Krankheit oder Störung die schadet – sie kann jedoch Folge von gesundheitsschädlichen Fehlbildungen sein wie einem Tumor, aber auch durch ganz harmlose natürliche Schwankungen des Hormon- und Stressleves z. B. in der Pubertät verursacht sein.
    Wer sich nicht sicher ist woran es liegt, der kann einfach einen Termin beim Endokrinologen und Neurologen machen lassen.

    Dann sind die meisten Frauen ja auch immer total durcheinander. Ich finde Männer auch nicht sonderlich anziehend aber manchmal habe ich das Gefühl ich müsste es noch einmal ausprobieren um zu wissen wie es ist.

    „Du weisst erst ob du dieses oder jenes bist, wenn du das versucht hast“ oder „Woher willst du wissen ob es dir nicht doch gefällt wenn du es dir nicht mal ansiehst?“ sind so typische Beispiele für gehaltlose dumme Trugschlüsse, weil sie immer auch die Neugier (ich will wissen ob) des „Angeklagten“ voraussetzen.
    Im Falle der Lesben (Frauen die aktuelle ausschliesslich mehr auf Frauen stehen) ist es grundsätzlich so, dass sie keinerlei Neugier daran haben, wie sich ein Männerkörper anfässt wie der Paul eines Mannes sich in ihnen anfühlt u. dgl. Viele wird es bei solchen Gedanken ( die sie von denen eingedroschen bekamen, welche sie darauf hinweisen: „naja aber du versuchst ja nicht und solltest mal …“) ekeln. Wie sich normale Menschen beim Gedanken daran ekeln was mit einem Tier zu treiben – ganz einfach:

    Sie wollen überhaupt nicht wissen ob die Herdplatte heiss ist also fassen sie nicht darauf.

    @jana

    ich bezeichne mich selbst auch als lesbisch, bin aber nicht der Meinung, dass das heißt, dass ich mich zu jeder Zeit und ausschließlich zu Frauen hingezogen fühlen darf

    Lesbisch bedeutet normalerweise aber genau das: Ausschliesslich werden romantische wie sexuelle Vorlieben mit Frauen genossen.
    Wer das nicht kann, ist nicht lesbisch, sondern homoromantisch- heterosexuell oder homosexuell(verkehrt ausschliesslich sexuell mit ihnen aber liebt sie nicht)- heteroromantisch. Oder einfach bi, lol.

     

    Gruss,

    D

     

     

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