Hilfe! Bin ich lesbisch?

Start Foren Austausch Coming out Hilfe! Bin ich lesbisch?

Schlagwörter: ,

Dieses Thema enthält 5 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Namila vor 6 Monate, 2 Wochen.

Ansicht von 6 Beiträgen - 1 bis 6 (von insgesamt 6)
  • Autor
    Beiträge
  • #34632

    Lizz
    Teilnehmer

    Ich hatte bis vor ein paar Monaten einen Freund, zumindest offiziell. Angefühlt hat sich das nicht wirklich so, ich bin eher aus einer Art … Pflichtbewusstsein mit ihm zusammen geblieben. Als ich vor nem halben Jahr mit meiner Familie in Kanada im Urlaub war, und besagter Freund also weit weg ist mir aufgefallen, dass ich auffallend häufig Frauen hinterherschaue. Ich hatte auch einen ziemlich heftigen Crush auf eine Freundin (L.), auch wenn ich das recht lange nicht wusste (trotz einiger Fantasien). Irgendwann hab ich mir dann eingestanden, dass ich voll verliebt bin, hab ihr aber nichts davon erzählt. Zu der Zeit hatte ich ein recht angespanntes Verhältnis zu meinen Eltern (jetzt zum Glück nicht mehr), und als ich ihr von meinen Problemen erzählt hab, hat sie mich alleine gelassen, weil sie sich nicht mit meinen Problemen belasten wollte. Immer wenn ich sie dann angerufen hab, um zu fragen, ob sie Zeit habe, hatte sie auf mysteriöse Weise immer grade was Wichtiges zu tun, und wenn wir geredet haben, hat sie immer so geantwortet, als sei sie extrem genervt von mir. Ich war also ziemlich alleine; das ist glaube ich auch der Grund, aus dem ich überhaupt bereit war, mit nem Jungen zu reden (versteht mich nicht falsch, ich fühle mich in Gesellschaft männlicher Wesen immer recht unwohl, ohne aber explizit was gegen Jungs zu haben. War schon immer so). Ich war also einfach ziemlich froh darüber, dass jemand mit mir redet und mich mag.
    Küssen hat sich recht schnell ziemlich falsch angefühlt, und irgendwann auch Umarmungen. Auch hab ich mich immer geweigert, ihm zu sagen, dass ich ihn liebe, weil ich nicht lügen wollte und sich das nicht richtig anfühlte. Generell hab ich mich bei quasi allem geweigert. Tanzen. Kleider anziehen (er mochte es, wenn ich mich feminin verhalte). Haare offenlassen. In einem Bett mit ihm schlafen (ohne Sex). Hand halten in der Öffentlichkeit. Dates. Fühlte sich einfach falsch an.
    Fand er nicht so toll…
    Jetzt bin ich nicht mehr mit ihm zusammen und das fühlt sich deutlich besser an. L. ist zum Wintersemester zum Studieren weggezogen und ich sehe sie nicht mehr wirklich, sie hat quasi jeglichen Kontakt abgebrochen (dabei waren wir mal beste Freundinnen!!), und ich glaube, so langsam bin ich drüber weg.

    Jedenfalls merke ich, dass ich mich in Gesellschaft von Frauen einfach DEUTLICH wohler fühle, sie auch deutlich attraktiver finde und wenn mich Freundinnen umarmen, meine Gedanken anfangen zu wandern

    Heißt das, ich bin lesbisch?

    Ich hätte da kein Problem mit, meiner Mutter hab ich schon erzählt dass ich mir nicht ganz sicher bin, und sie hat es super gut aufgenommen

    sorry für den langen Text….

    #34633

    Juli_123
    Teilnehmer

    Hey Lizz,

    ganz einfach: find’s weiter raus, eine schwarz-weiße Antwort wird dir darauf eh niemand geben können. 😉

    Und wahrscheinlich gibt es die auch gar nicht. Im Grunde genommen denke ich, dass es fast niemanden auf der Welt gibt, der wirklich zu 100% hetero- oder homosexuell ist. Ich denke bei fast allen ist ein kleines bisschen bi mit drin, viele gestehen es sich vielleicht nur nicht ein oder probieren es nicht weiter aus.

    Ich kenne natürlich dieses blöde Gefühl, wenn man nicht weiß, was man genau will und es eigentlich so gerne wissen möchte. Aber irgendwie ist das doch auch spannend, oder?

    Ich glaube, dass alle Gefühle, die der Mensch so hat, um 100% unerträglicher sind, wenn man nicht weiß, wie lange man sie noch ertragen muss:
    Wer weiß schon, wann man endlich keinen Liebeskummer mehr haben muss, weil man über diese eine Person hinweggekommen ist? Dagegen sind doch Kopfschmerzen fast ein Segen, weil man weiß, dass man sich nur zum Schlafen hinlegen muss und dann morgen alles wieder gut ist, oder?
    Tja, nicht zu wissen, was man genau will oder was man ist, das ist natürlich auch erst einmal unbegrenzt. Aber denk noch mal so: In zwei Jahren weißt du schon viel mehr über dich als jetzt.

    Was du dafür tun kannst, um mit deine Frage selbst besser zu beantworten:

    • Überleg mal, welche Hinweise für das eine oder das andere sprechen
    • Sprich mit jemandem darüber! Vielleicht nicht L., aber vielleicht einer guten Freundin oder deiner Mutter?
    • Tausche dich mit anderen aus, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben
    • Gehe vielleicht mal zu Coming-Out-Treffen, CSDs oder auf Lesbenpartys? (Letzteres ist aber, finde ich, etwas speziell. Als ich in meiner Coming-Out-Phase war, hat es mich ehrlich gesagt abgeschreckt, das muss also nichts heißen)

    Behalte im Hinterkopf: auch wenn’s nervt, es ist ja eigentlich gar nicht wichtig, dich in eine Schublade zu stecken! Ich habe mittlerweile für mich festgestellt, dass ich bi bin und da ist auch egal ob 95% Mädchen und 5% Jungs, oder 50:50 oder 20:80. Das will sowieso keiner wissen und letztendlich verliebt man sich ja in eine Person, nicht in ein Geschlecht, eine Hautfarbe, ein Alter,…

    Wie alt bist du denn eigentlich? Ich weiß, dieses Argument erscheint dir wahrscheinlich unsinnig, wenn du es selbst liest, aber im Jugendalter kann sich die sexuelle Orientierung gerade noch „einspielen“ und ändern.

    Ich hoffe ich konnte ein bisschen helfen. 😉

     

    #34635

    Lizz
    Teilnehmer

    danke für deine Antwort!! Es ist gut zu wissen, dass Schubladen eigentlich egal sind 🙂

    ich habe tatsächlich bei mir in der Nähe einen queeren Jugendtreff gefunden, und es ist ziemlich nett, ich war bis jetzt zwei Mal da. Einmal wurde ich nach meiner sexuellen Orientierung gefragt, und ich habe gesagt, dass ich mir noch nicht sicher bin, aber lesbisch durchaus für möglich halte, und das war absolut okay. Schön dass das nicht die absolute Ausnahme gewesen zu sein scheint 🙂

    Ich bin übrigens 17, also so langsam am Ende der Pubertät

    noch mal danke für die schnelle Antwort 🙂

    Lizz

    #34636

    Juli_123
    Teilnehmer

    17! Dann fängt das Leben ja jetzt erst an. Also ich dachte mit 17, dass ich lesbisch bin, hab dann mit 18 einen Typen kennengelernt und war sowas ähnliches wie mit ihm zusammen. Danach dachte ich, dass ich ihn ja nur so geliebt habe wie einen Bruder und dass ich ja eigentlich trotzdem noch lesbisch bin… War dann mit 19 noch mal so richtig in ein Mädel verliebt und jetzt, mit 22, dafür so richtig in einen Mann. 😉

    17 hat also nicht so viel zu sagen. Generell kann man sich ja auch mit 40 noch mal umentscheiden…

    An deiner Stelle würde ich weiterhin zu diesen Treffen gehen. Die helfen irgendwie immer, oder?

    #34645
    Profilbild von einer Goriziehemalige Gorizi

    Hallo ,ich kann aus meiner Erfahrung sprechen, das ich mich mit 26 Jahren zum ersten mal in ein Mädchen verliebt habe. Für Jungs empfinde ich kein Gefühl, finde die unaktrativ. Deshalb bin ich 100 % Lesbisch.

    Bin in vielen Lesbischen Veranstaltungen unterwegs.

    3 mal habe ich mich schon in Mädchen verliebt. Aber eine Beziehung hatte ich noch nie.

    Jedenfalls hatte ich eine Spätentwicklung. So war meine Pubertät auch später, als bei anderen.

    Für Männer habe ich mich nie verliebt. War kurz mit Jungs zusammen. Mir gefällt das männliche Geschlecht nicht, der Penis kann mich nicht befriedigen. Ich mag besonders anziehend den weiblichen Körper. Deshalb wird sich meine sexuelle Orientierung nicht mehr ändern.

    Auch nicht mit 40. Ich fühle mich bei Mädchen und anderen Lesben wohler.

    Bin also nicht bi und will es auch nicht werden.

    Für mich ist es wichtig, entweder homosexeuell oder hetereosexuell.

    Bin da etwas konserativer noch.

    #34651

    Namila
    Teilnehmer

    Hey! Probier dich weiter aus 🙂 Schau, was noch in deinem Leben passiert. Sehr schöne Reaktion von deiner Mutter!

Ansicht von 6 Beiträgen - 1 bis 6 (von insgesamt 6)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.